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Padel Overgrip wechseln: Schritt-für-Schritt in 5 Min

Der Overgrip gehört zu den am häufigsten vernachlässigten Elementen im Padel. Dabei ist er die einzige direkte Verbindung zwischen dir und deinem Schläger. Wenn er rutschig wird oder ausfranst, verlierst du Kontrolle über jeden Schlag – unabhängig davon, wie gut der Rest deiner Ausrüstung ist. Die gute Nachricht: Ein Padel Overgrip wechseln dauert keine fünf Minuten. Dieser Guide erklärt, wann der richtige Zeitpunkt ist, welchen Typ du brauchst und wie du ihn korrekt aufwickelst.

Was ist ein Padel Overgrip – und warum ist er unverzichtbar?

Ein Overgrip ist ein dünnes, elastisches Band aus Polyurethan oder Zellulose, das über den bestehenden Basisgriff gewickelt wird. Er ist keine Dekoration, sondern eine Verschleissschicht – und genau so sollte man ihn behandeln: als Verbrauchsmaterial, das regelmässig ersetzt wird.

Im Padel spielt der Overgrip eine grössere Rolle als im Tennis. Padel-Schläger haben kein Saitenfeld, das Vibration dämpft. Jeder Einschlag überträgt sich direkter auf die Hand. Dazu kommt, dass der Schläger beim Padel häufig rotiert – etwa bei schwierigen Volley-Positionen oder Lobs aus der Hinterecke. Ein abgenutzter Overgrip zwingt dich dazu, mit mehr Kraft zu greifen, um Kontrolle zu behalten. Das kostet Energie, reduziert die Schlaggenauigkeit und erhöht auf Dauer das Verletzungsrisiko am Unterarm.

  • Ein frischer Padel Grip gibt dir:
  • Kontrolle: Der Schläger liegt sicher in der Hand, auch bei Off-Center-Treffern
  • Dämpfung: Zusätzliche Polsterung reduziert den Impact beim Schlag auf den Unterarm
  • Anpassung: Durch mehr oder weniger Wicklungen kannst du den Griffumfang deiner Handgrösse angleichen

Wann muss der Overgrip gewechselt werden?

Die häufigste Antwort lautet: zu spät. Die meisten Spieler wechseln erst, wenn der Overgrip bereits sichtbar gerissen oder komplett durchgeschwitzt ist. Besser ist es, die frühen Warnsignale zu kennen:

  • Zeichen, dass der Wechsel fällig ist:
  • Der Schläger dreht sich beim Schlag leicht in der Hand
  • Die Oberfläche fühlt sich glatt oder fettig an statt griffig
  • Das Material hat sich verfärbt oder ist an den Kanten spröde geworden
  • Du greifst unbewusst fester, um die Kontrolle zu behalten
  • Als Faustregel gilt:
  • Gelegenheitsspieler (1 × pro Woche): alle 4–6 Matches
  • Regelmässige Spieler (2–3 × pro Woche): alle 2–4 Wochen
  • Intensivspieler (4+ × pro Woche): jede bis jede zweite Woche
  • Turnierspieler: nach 2–3 Matches

In der Praxis bedeutet das: Ein Dreier-Pack Overgrips hält bei einem Spieler, der zweimal pro Woche trainiert, etwa vier bis sechs Wochen. Hochwertige Grips wie der Wilson Pro Overgrip oder der Babolat Pro Tour halten etwas länger – aber kein Overgrip ist für die Ewigkeit gemacht.

Tacky oder Absorbierend? Den richtigen Typ wählen

Der häufigste Irrtum beim Grip-Kauf: Man nimmt, was gerade verfügbar ist. Dabei macht die Wahl des Typs einen spürbaren Unterschied – abhängig von deinem Schweissverhalten und den Bedingungen auf dem Court.

Tacky Overgrips (klebrig-griffig) Basieren auf Polyurethan und bieten sofortigen Halt durch Adhäsion. Bei trockenen Händen fühlen sie sich ausgezeichnet an und geben ein sicheres, eingerastetes Gefühl beim Greifen. Der Nachteil: Sobald Schweiss im Spiel ist, nimmt die Klebrigkeit ab – der Grip kann glitschig werden.

Typische Vertreter: Wilson Pro Overgrip, HEAD Padel Pro, Babolat Pro Tour Comfort.

Absorbente Overgrips (schweissaufsaugend) Bestehen aus Zellulose oder Fasermaterial und funktionieren gegenteilig: Bei trockenen Händen sind sie relativ glatt, werden aber durch Feuchtigkeit griffiger. Das klingt kontraintuitiv – funktioniert aber gut für Spieler mit starkem Schweiss, weil der Grip unter Belastung tatsächlich besser wird statt schlechter.

Typischer Vertreter: Tourna Grip Original.

Perforierte Overgrips Eine dritte Kategorie: tacky, aber mit Mikrolöchern für bessere Luftzirkulation. Geeignet für heisse Sommertage oder Aussenplätze, wenn die Handflächen stark schwitzen. Wilson bietet eine perforierte Variante seines Pro Overgrips an, die sich für solche Bedingungen bewährt.

Empfehlung für Schweizer Verhältnisse: Die meisten Padel-Partien in der Schweiz finden in Innenräumen statt – in klimatisierten oder natürlich temperierten Hallen. Bei solchen Bedingungen reicht ein guter Tacky-Grip. Wer viel auf Aussenplätzen spielt, besonders im Schweizer Sommer zwischen 25 und 28°C, sollte einen absorbenten oder perforierten Grip wählen.

Dicke zählt: 0.3 mm vs. 0.6 mm

Overgrips sind zwischen 0.3 und 0.7 mm dünn. Das klingt marginal – macht im Gefühl aber einen deutlichen Unterschied.

  • Dünne Overgrips (0.3–0.4 mm):
  • Besseres Feedback und klareres Griffkantengefühl
  • Schnellere, präzise Griffwechsel
  • Ideal für technische Spieler, die viel am Netz arbeiten
  • Dickere Overgrips (0.5–0.7 mm):
  • Mehr Dämpfung, weicherer Impact-Feel
  • Komfortabler bei langen Trainingseinheiten
  • Empfehlenswert bei Unterarmermüdung oder leichten Ellbogenproblemen

Wer mehrere Overgrips übereinander wickelt, erhöht den Griffumfang entsprechend – jede Lage addiert rund 0.5 bis 1.5 mm Umfang. Das kann sinnvoll sein, wenn der Originalgriff zu dünn ist und besser zur eigenen Handgrösse angepasst werden soll.

Padel Overgrip wechseln: Schritt für Schritt

Jetzt zum Kern. Du brauchst: einen neuen Overgrip (Abschlussband ist meistens beigefügt) und eine Schere.

Schritt 1 – Alten Overgrip entfernen Wickle den alten Overgrip vollständig ab. Achte darauf, dass keine Kleberrückstände am Basisgriff bleiben. Eine saubere Unterlage ist entscheidend für einen gleichmässigen Sitz des neuen Grips.

Schritt 2 – Neuen Overgrip vorbereiten Entferne die Schutzfolie vom äusseren Ende. Am schmalen, zugespitzten Anfang ist ein kleiner Klebestreifen – das ist der Startpunkt.

Schritt 3 – Am unteren Ende beginnen Halte den Klebestreifen an die untere Kante des Griffes, knapp über dem Griffknauf. Das zugespitzte Ende zeigt nach unten – das ergibt einen sauberen, überganglosen Abschluss am Griffende.

  • Schritt 4 – Mit gleichmässiger Überlappung aufwickeln
  • Wickle den Overgrip spiralförmig nach oben. Die wichtigsten Parameter:
  • Überlappung: ca. 6 mm (etwa ein Drittel der Gripbreite)
  • Spannung: Leicht ziehen, ohne zu reissen – der Grip soll eng anliegen, nicht ausbauchen
  • Gleichmässigkeit: Konstante Überlappung verhindert Stufen oder Lücken, die sich beim Spielen in der Handfläche abzeichnen

Die meisten Overgrips reichen bis knapp unter den oberen Griffabschluss. Nach etwas Übung dauert dieser Schritt unter zwei Minuten.

Schritt 5 – Abschliessen Schneide den überstehenden Grip schräg ab, sodass die letzte Windung sauber schliesst. Klebe das beiliegende Abschlussband darüber und drücke es fest an. Fertig – der ganze Vorgang dauert beim ersten Mal vielleicht sieben Minuten, nach drei, vier Malen locker unter fünf.

Schweizer Spielalltag: Was du ausserdem wissen solltest

Die Griffpflege endet nicht beim Wechsel. Ein paar Gewohnheiten verlängern die Lebensdauer und halten das Niveau konstant:

Hände abwischen: Ein kleines Handtuch beim Spielen hält die Feuchtigkeit in Schach – besonders bei längeren Trainingseinheiten oder im Sommer auf Aussenplätzen.

Schläger nicht auf dem Boden ablegen: Dreck und Feuchtigkeit vom Court setzen sich im Overgrip fest und verkürzen die Lebensdauer deutlich.

Grips kühl lagern: Wärme beschleunigt den Zerfall des Polyurethanmaterials. Schläger nicht im heissen Auto liegen lassen.

Mehrere Grips auf Vorrat halten: Ein Dreier- oder Fünfer-Pack kostet wenig und verhindert, dass du mit einem abgenutzten Grip spielst, weil kein Ersatz da ist.

Wer seinen Griffstil noch nicht festgelegt hat, findet im Artikel zur Padel Griffhaltung: Continental, Eastern oder Western? eine gute Grundlage. Je nach Grifftyp verteilt sich die Belastung auf verschiedene Handbereiche – was auch beeinflusst, welcher Overgrip-Typ und welche Dicke am besten passen.

Ausrüstung im Griff

Ein Overgrip-Wechsel ist eine der günstigsten Investitionen im Padel – und eine der wirksamsten. Wer regelmässig wechselt, spielt nicht nur präziser, sondern schützt auch Unterarm und Handgelenk vor unnötiger Dauerbelastung.

Neben dem richtigen Grip gehört passendes Padel-Zubehör von VYPER zur Grundausstattung – von Overgrips und Taschen bis zu Schuhwerk, das auf dem Court wirklich hält. Und wer gleichzeitig den passenden Schläger sucht: Ein guter Basisgriff und ein guter Overgrip funktionieren als System. Die aktuelle Schläger-Auswahl findest du bei den Padel-Schlägern von VYPER.

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