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Padel-Court von oben mit Servicelinien

Padel Regeln einfach erklärt: So funktioniert das Spiel

Padel wächst. Allein in der Schweiz haben sich die registrierten Courts seit 2020 mehr als verdoppelt. Wer das erste Mal auf dem Court steht, merkt schnell: Die Padel Regeln sind simpel genug, um sofort loszuspielen – aber die Details machen den Unterschied. Diesen Unterschied zu kennen bedeutet nicht, ein Regelwerk auswendig zu lernen. Es bedeutet, den Rhythmus des Spiels zu verstehen: wann der Ball gut ist, wann er aus geht, wie der Aufschlag funktioniert und warum die Wand plötzlich dein bestes Werkzeug ist. Dieser Guide liefert alles, was du auf dem Court wissen musst.

Das Spielfeld: 10 × 20 Meter, vier Wände

Ein Padelcourt ist 20 Meter lang und 10 Meter breit – deutlich kleiner als ein Tennisfeld. Umschlossen von Glaswänden und Metallgittern, 3 Meter hoch an der Rückwand, 2 Meter hoch an den Seiten. In der Mitte teilt ein Netz das Feld: 88 Zentimeter hoch in der Mitte, 92 Zentimeter an den Pfosten.

Jede Feldhälfte hat zwei Aufschlagboxen, getrennt durch eine Mittellinie. Die Linie parallel zum Netz – in 3 Metern Abstand – heisst Servicelinie. Sie markiert, wohin der Aufschlag landen muss.

Padel wird ausschliesslich im Doppel gespielt: zwei gegen zwei. Ein Einzel ist nicht Teil des offiziellen Regelwerks – das Feld wäre dafür auch zu gross.

Der Aufschlag: Unterhandschlag mit System

Der Aufschlag folgt klaren Padel Spielregeln – und wer aus dem Tennis kommt, muss sich umstellen.

Ablauf Schritt für Schritt:

  • Der Aufschläger steht hinter der Aufschlaglinie, zwischen Mittellinie und Seitenwand.
  • Er lässt den Ball einmal auf den Boden prellen.
  • Er schlägt ihn unterhalb der Taille – der Schlägerkopf darf nicht über die Hüfte steigen.
  • Der Ball fliegt diagonal ins gegenüberliegende Aufschlagfeld.

Berührt der Aufschlag das Netz und landet danach korrekt im Feld, gilt er als "Let" – er wird einmal wiederholt. Zwei Fehler hintereinander: Punkt für den Gegner.

Kein Overhead, kein Seitwärtsschlag mit Schwung, kein Aufschlag aus der Bewegung heraus. Der Unterhandschlag ist Pflicht, ohne Ausnahme.

Padel Regeln zur Punktezählung: Wie im Tennis, mit einer Besonderheit

Die Zählweise folgt dem Tennis-System: 0, 15, 30, 40, Spiel. Vier Punkte zum Gewinnen – mit mindestens zwei Punkten Vorsprung.

Bei Stand 40:40 (Deuce) gibt es je nach Spielmodus zwei Varianten:

  • Golden Point: Der nächste Ballwechsel entscheidet das Spiel sofort. Keine Vorteile.
  • Star Point (ab 2026, Profibereich): Bis zu zwei Vorteilspunkte sind möglich. Steht es danach erneut unentschieden, entscheidet beim dritten Deuce ein einziger Punkt – der Star Point.

Sets und Match:

Ein Satz geht an das Team, das zuerst sechs Spiele gewinnt – mit mindestens zwei Spielen Abstand. Bei 6:6 folgt ein Tiebreak: gespielt bis 7 Punkte, mindestens 2 Punkte Vorsprung nötig. Ein Match geht über zwei Gewinnsätze. Bei 1:1 folgt ein dritter Satz.

Im Schweizer Clubbereich wird fast überall mit Golden Point gespielt, was Spielzeiten besser planbar macht. Wer auf nationalen Turnieren antritt, richtet sich nach den aktuellen FIP-Vorgaben.

Die Wand: Das Spielelement, das Padel definiert

Das Einzigartige an Padel – und gleichzeitig die grösste Quelle für Verwirrung bei Neulingen – ist die Wand. Sie ist kein Hindernis. Sie ist Teil des Spielfelds.

Was erlaubt ist

Nachdem der Ball auf dem eigenen Boden aufgesprungen ist, darf er die eigene Glas- oder Gitterwand berühren und trotzdem weitergespielt werden. Spieler dürfen sich dabei bis zur Wand zurückziehen, mit dem Rücken zur Scheibe stehen und von dort den Ball ins gegnerische Feld schlagen.

Wenn der Ball nach dem Aufprall auf dem gegnerischen Boden deren Rückwand berührt und zurückkommt, kann auch der Gegner ihn noch spielen – solange der Ball den Boden nicht zweimal berührt hat.

Was nicht erlaubt ist

Trifft der Ball die Wand, bevor er den Boden berührt, ist es ein Fehler. Fliegt der Ball direkt ins Metallgitter ohne vorherigen Bodenpraller auf der eigenen Seite: ebenfalls Fehler.

Merksatz: Boden zuerst, dann Wand – immer. Umgekehrt: Fehler.

Genau deshalb ist Padel strategisch tiefer als es aussieht. Wer Abpraller liest, Gegner in schwierige Positionen manövriert und die Wand als verlängerten Spielbereich nutzt, gewinnt – nicht unbedingt derjenige mit dem härtesten Schlag.

Weitere Padel Spielregeln, die du kennen musst

Rückschlag und Doppelabprall

Nach dem Aufschlag – und bei jedem weiteren Schlag – darf der Ball einmal auf dem Boden aufprallen, bevor ein Spieler ihn zurückschlägt. Prellt er zweimal auf: Punkt für den Gegner. Volley – also das direkte Spielen ohne Bodenberührung – ist erlaubt und taktisch oft sinnvoll, besonders am Netz.

Netzregel

Kein Spieler darf das Netz, die Netzpfosten oder die seitlichen Abspannungen berühren, solange der Punkt läuft. Das gilt für Schläger, Körper und Kleidung gleichermassen. Berührung bedeutet sofortiger Punktverlust – auch wenn der Kontakt unbeabsichtigt war.

Ballkontakt mit dem Körper

Nur der Schläger darf den Ball treffen. Berührt der Ball den Körper eines Spielers – egal auf welcher Seite des Netzes – verliert das Team dieses Spielers den Punkt. Keine Ausnahme.

Das Verlassen des Courts

Eine Regel, die viele überrascht: Spieler dürfen den Court durch die Tür verlassen, um einen Ball zu spielen, der nach dem Abprall von der Wand weit nach aussen gefedert ist. Dieser Zug ist in erfahrenen Spielrunden keine Seltenheit – er ist oft die einzige Möglichkeit, einen guten Punkt zu retten.

Aufschlagwechsel

Der Aufschlag wechselt nach jedem Spiel zum gegnerischen Team. Innerhalb eines Teams wechseln sich die beiden Spieler beim Aufschlag ab. Wer im ersten Spiel aufschlägt, schlägt auch im dritten auf – und so weiter.

FIP-Regeländerungen 2026: Was sich auf professionellem Niveau ändert

Seit Januar 2026 gelten überarbeitete Regeln der International Padel Federation. Für Hobbyisten im Clubbetrieb ändert sich vorerst wenig. Wer die Profi-Saison verfolgt, sollte diese Neuerungen kennen:

Star Point ersetzt Golden Point (Profisport): Das neue System erlaubt beim ersten und zweiten Deuce noch Vorteilspunkte. Erst beim dritten Deuce entscheidet ein einziger Punkt das Spiel – der Star Point. Das Ziel: mehr taktische Tiefe erhalten, ohne Matches unnötig in die Länge zu ziehen.

Essen und Trinken zwischen den Punkten: Auf professionellem Niveau ist das Konsumieren von Speisen und Getränken zwischen den Punkten verboten. Pausen sind nur in festgelegten Spielunterbrechungen erlaubt.

Diese Änderungen betreffen die Premier Padel Tour und die FIP-Turniere direkt. Im Schweizer Amateurbereich gilt weiterhin das vorherige System – es sei denn, ein Turnier legt explizit die FIP-Regeln 2026 fest.

Häufige Fehler bei Einsteigern – und wie du sie vermeidest

Aufschlag über der Taille: Der häufigste Fehler, besonders bei Umsteigern aus dem Tennis. Kein Overhead, kein Seitwärtsschwung – Ball unter Hüfthöhe treffen, sonst zählt der Aufschlag nicht.

Wand ignorieren: Anfänger spielen den Ball reflexartig direkt zurück, ohne zu merken, dass er nach dem Bodenpraller zuerst die eigene Wand berühren könnte und trotzdem regelkonform ist. Die Wand gibt Zeit, eröffnet neue Winkel – sie zu ignorieren kostet Punkte.

Netz anfassen: Im Eifer des Gefechts, besonders beim Netzangriff, berühren Spieler unbewusst das Netz. Konsequenz: Punkt weg. Eine Armlänge Abstand zum Netz zu halten ist eine sinnvolle Grundregel.

Doppelabprall übersehen: Wer unter Druck gerät, verliert manchmal den Überblick, ob der Ball einmal oder zweimal aufgeprallt ist. Fairplay ist im Clubbereich Standard – im Zweifelsfall den Punkt neu spielen und weitermachen.

Padel im Schweizer Cluballtag

In der Schweiz wird Padel hauptsächlich in Indoor-Anlagen gespielt, was konstante Bedingungen unabhängig vom Wetter garantiert. Die Swiss Padel Association (SPA) orientiert sich am FIP-Regelwerk, das damit direkt für alle offiziellen Turniere gilt.

Ein typisches Match dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Die meisten Clubs buchen Courts in 90-Minuten-Einheiten – das reicht für zwei vollständige Sätze, mit Zeit für Warmup und kurze Pausen.

Für Einsteiger empfehlen viele Clubs ein Schnupperspiel mit einem erfahrenen Spieler oder einem Coach. Die Padel Spielregeln sind in 15 Minuten erklärt – die Feinheiten der Wandnutzung kommen dann mit den ersten Punkten von selbst.

Auf den Court

Padel Regeln sind schnell verstanden. Was Zeit braucht, ist das Spiel zu lesen: Wände antizipieren, Gegner bewegen, Ballwechsel kontrollieren. Der Rest kommt mit Spielpraxis.

Wenn du das nächste Mal auf dem Court stehst, halte drei Dinge im Kopf: Aufschlag unter der Taille, Boden vor der Wand, Netz nicht anfassen. Das deckt 80 Prozent der Situationen ab, die im Alltag wirklich relevant sind.

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Quellen & Datengrundlage

  • Swiss Tennis – nationaler Verband, koordiniert die Padel-Entwicklung in der Schweiz (Plätze, Turniere, Clubs).
  • International Padel Federation (FIP) – weltweite Spieler- und Länderstatistiken.
  • Premier Padel Tour – professionelles Padel-Touring, Spieler-Rankings.
  • Eigene Erhebungen VYPER Schweiz (Court-Tests, Händler-Daten, 2024–2026).

Hinweis: Marktstatistiken zu Padel in der Schweiz beruhen auf Daten von Swiss Tennis und ergänzenden Branchen-Schätzungen Stand 2025/2026. Konkrete Zahlen variieren je nach Quelle und Erhebungsperiode.

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